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Wäsche

Gerade hatte ich Besuch von einer lang vermissten Freundin. Ich hatte die Wäsche aus dem Keller geholt und den Wäscheständer in meinem Zimmer aufgestellt. Und als ich nach dem ersten Shirt griff, zog ich statt an dem Shirts an ihren Haaren. Zuerst habe ich mich schon erschreckt, dann dache ich, wie gut, dass ich meine Wäsche mit höchstens 30 Grad wasche, damit die Farben nicht verblassen und verblasst war meine lang vermisste Freundin tatsächlich nicht. Ich half ihr aus dem Wäschekorb und machte uns einen hübschen Tee. Sie erzählte mir von ihrer gefährlichen Reise und von einigen Abenteuern, die so aufregend waren, dass ich mich vor lauter Ergriffenheit fast verschluckte. Das ist meinem Reisegefährten auch passiert, sagte meinem lang vermisste Freundin. Eines Tages war er so ergriffen, ich weiß gar nicht mehr genau wovon, dass er sich schier verschluckte und er war verschwunden, von einem Moment zum anderen. Ich war einigermaßen froh, dass ich mit meiner Ergriffenheit nicht so weit gegangen war. Sie war allein weitergereist und hatte schließlich beschlossen mich zu besuchen und mal zu schauen, was meine Pläne waren in nächster Zeit. Ich habe kurz überlegt und dann herausgefunden, dass mir das Reisen durch Rohre zu aufregend und gefährlich ist. Ich muss ja auch an meine Zukunft denken und daran, dass ich ja noch andere Dinge vorhabe und auch das lang vermisst sein ist nicht so ganz nach meinem Geschmack. Sie hatte Verständnis. Ich begleitete sie in den Keller und sie kletterte zurück in die Waschmaschinentrommel. Eigentlich hatte ich ja bereits gewaschen und hatte umwelttechnische Bedenken, aber ihr zuliebe stellte ich die Maschine nocheinmal an. Jetzt hoffe ich, dass sie mich das nächste Mal findet, wenn sie mich besuchen möchte, ich werde ja woanders wohnen. Ich werde darauf vertrauen und mich bis dahin fragen, ob ich mein eigenes Leben eher beruhigend finde, oder ob da noch was gehen kann.
12.9.10 12:37


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Party

Gestern auf der Geburtstagsparty traf ich viele Menschen, die ich seit mehr als zehn Jahren nicht kenne. Vom Zunicken oder vom nicht Grüßen. Zwischendurch saß dann ein kleines Muli an der Bar, das mich anlächelte und mir immer wieder ermutigend zunickte. Ich habe mich nicht getraut ihm einen Drink zu spendieren, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was Mulis gerne mögen und hier in Ostwestfalen ist es auch nicht ganz unverfänglich einfach mal nachzufragen. Irgendwann war das Muli auch verschwunden, ich hoffe, dass es nicht verdurstet ist. Danach ging ich heim, mir hatte nämlich auch niemand einen Drink spendiert. Wahrscheinlich hat sich keiner getraut mich zu fragen, was ich so mag.
11.9.10 07:57


Kartonwald

Mein Kartonwald ruft mich. Laut. Ich war mir sicher, er würde bloß herumstehen, ganz harmlos, bis ich meinen Kram in ihm verstauen würde, aber da habe ich mich wohl vertan, denn er ist laut und böse und tief. Vorhin noch, nachdem ich eine gute Stunde in ihm herumgeirrt bin und ich letztendlich doch noch aus seinem Dickicht herauskam, hat er nach mir gegriffen mit spitzen Kartonfingern, wollte mich wieder hineinziehen. Gut, dass ich einfach einen Satz nach vorne gemacht habe, fast hätte ich hinter mich getreten, aber wahrscheinlich wäre alles über mir zusammengestürzt, hätte mich begraben, verspeist und verdaut. Am Ende meine linke Socke herausgerülpst und alle hätten gedacht, ich wäre bereits verzogen, ganz ohne Kram, eine Mietnomadin, hätte das Weite gesucht, ohne die Zeche zu bezahlen, keiner hätte mich mehr gemocht, ich wäre wahrscheinlich Steckbrieflich gesucht worden, eine Belohnung auf meinen Kopf wäre ausgesetzt worden. Gut, dass ich nicht getreten habe, sondern nur gesprungen bin, gehüpft eigentlich. Jedenfalls bin ich so dem Wald entkommen. Morgen werde ich ihn roden, mit einem Draht mir einzelne Kartons heranziehen, alleine sind sie dann doch wieder gänzlich ungefährlich. Ich werde sie einen nach dem anderen füttern mit meinen Besitztümern, bis sie friedlich schnurren und dann geht es auf und davon. So werde ich es machen
10.9.10 19:54


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